Mutterschaften erforschen. Politisch. Intersektional. Widerständig.
Interdisziplinäres Online-Kolloquium
19.11.2026 | 12:00-15:30 | Mutterschaft und Philosophie
- Lisa Krall: Vielstimmigkeiten & Unstimmigkeiten des Mutterseins – Neomaterialistische Perspektiven
- Veronika Hilzensauer: Mutterschaft als Relationales Handeln
- Carmen Irene González Menéndez: Umkämpfte Proximitäten
10.12.2026 | 12:00 -15:30 | Kunst, Medien und Aktivismus
- Shari Adlung: Das Glück der Mütter: Affektive Ordnungen von Mutterschaft auf instagram
- Friederike Jage-D’aprile: Erschöpfte Mutterschaft als Care-Entertainment auf instagram
- Frances Falling: Bühnenmütter der Musikgeschichte: Selbstentwürfe. Herausforderungen. Strategien.
- Angela Siebold: Mutterschaft und Kunst – Möglichkeitsräume durch kollektives Arbeiten
- Malwina M. Miziarska: (Un)doing Motherhood: Jenseits der Mutterschaftsnormen in den performativen Künsten
21.01.2027 | 12:00-15:30 | Mutterschaft in Selbsterforschung
- Sinah Kloß: Ethnographische Mobilität und Care: Perspektiven alleinerziehender Mütter in der Forschung
- Linda Luv: Die andere Mutter – Alltägliche Fürsorge als performative Praktik der Verunordnung
- Rosa Gruner: „Man merkt gar nicht, dass du kinder hast“ – ein Ringen um die eigene Verortung
- Leah Stange: Autoethnografie als methodischer Zugang zu Mutterschaft(sforschung)
Anmeldung
Bitte meldet euch per Mail hier an: kolloquium@mutterschaft-wissenschaft.de. Der Zoom-Link wird zugesandt.
Teilnahme
Wir freuen uns über einen Teilnahmebeitrag als Spende für das Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft.
Organisation
Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft, FEM POWER Vision und dem ICP – Institute for Critique und Practice organisiert.
Programm des Wintersemesters 2026/2027
DOWNLOAD Abstracts zum Forschungskolloquium Mutterschaften PDF →
Programm des Sommersemesters 2026
DOWNLOAD Abstracts zum Forschungskolloquium Mutterschaften PDF →
Thema
Kaum ein gesellschaftliches Feld ist so stark normiert und zugleich so politisch aufgeladen wie Mutterschaft: Zwischen Tradwife-Ästhetik und neoliberaler Selbstoptimierung ist sie zum ideologischen Schlachtfeld geworden. In der öffentlichen Auseinandersetzung wird Mutterschaft zunehmend von rechten und neokonservativen Bewegungen instrumentalisiert, was in der zugleich entpolitisierten, naturalisierten und ästhetisierten Inszenierung der weißen „Tradwife“ gipfelt. Alternativ dominieren neoliberale Produktivitäts- und Selbstoptimierungsimperative sowie individualisierende Vereinbarkeitsdogmen, die strukturelle Probleme privatisieren. Das hegemoniale Narrativ lautet: Wer es nicht schafft, den grenzenlosen, überfordernden und teils widersprüchlichen Anforderungen an Mutterschaft gerecht zu werden, ist selbst schuld. Dem möchten wir als Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft uisamme mit dem icp – institute for critique and practice gGmbH und FEM POWER Vision eine dezidiert strukturanalytische, queer-feministische und intersektionale Perspektive entgegensetzen. Wir wollen Mutterschaft jenseits von Naturalisierungen, Moralisierungen und neoliberalen Verkürzungen als politische Praxis begreifen und analytisch neu verorten.
Denn es tut sich etwas: Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichsten Disziplinen arbeiten daran, Mutterschaft über den engen Horizont einer „feminisierten Sorgepraxis“ hinaus zu beschreiben, zu analysieren und neu zu konzeptualisieren. Zunehmend wird Mutterschaft als proaktive feministische und politische Seinsweise verstanden – als Praxis, die gesellschaftl-iche Ordnungen, Machtverhältnisse und Ungleichheiten nicht nur reproduzieren, sondern auch infrage stellen und transformieren kann.
Das interdisziplinäre Kolloquium „Mutterschaften erforschen“ greift diese Entwicklungen auf. Ziel ist es, Mutterschaft als politisches, intersektionales und queer-feministisches Thema sichtbar zu machen, bestehende theoretische wie empirische Ansätze zusammenzuführen und einen offenen, solidarischen Raum für Austausch, Diskussion und Weiterentwicklung zu schaffen.
Das Kolloquium ist als freundliches, offenes Format (friendly/open colloquium) angelegt. Eingeladen sind Early-Career-Forschende und bereits etablierte Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen und Interessierte.




