Mutterschaften erforschen. Politisch. Intersektional. Widerständig.

Interdisziplinäres Online-Kolloquium

08.10.2026 | 12:00-15:30 | Historische Mutterbilder

  • Anna Maria Pham: Zwischen Mutterschaft und Kunstproduktion: Codierungen weiblicher Kreativität um 1800
  • Pola Groß: „Liebe und Sitte und wahre Kindsliebe sind das Element des Weibes.“ Mutterschaft, Stillen und Weiblichkeit in der Literatur des 19. Jahrhunderts
  • Judith Stursberg: Der Orientierungsrahmen Mutterschaft als intergenerationaler Wissensbestand
  • Simone Niehoff: Für gleichen Lohn, gegen die „doppelte Last“ und den §218. Mutterschaftsdiskurse in der proletarischen Frauenbewegung der Weimarer Republik

Anmeldung

Bitte meldet euch per Mail hier an: kolloquium@mutterschaft-wissenschaft.de. Der Zoom-Link wird zugesandt.

Teilnahme

Wir freuen uns über einen Teilnahmebeitrag als Spende für das Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft.

Organisation

Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft, dem ICP – Institute for Critique und Practice und FEM POWER Vision organisiert.

Vergangene Veranstaltungen

07.05.2026 | Armut und Prekarität

  • Louisa Kamrath:  Berlin. Stadt der Mütter
  • Elena Höpfner: Prekäre Mutterschaft im Jobcenter
  • Katharina Graf: Mutterschaft und Essen
  • Melodie Luana Burri: Familien(er)leben in Erwerbsarmut
  • Luisa Perdomo Lopez, Andrés Llanos, Gloria Sánchez: Mutterschaft im Asylregime

10.06.2026 | Normierungen von Mutterschaft

  • Jacqueline Knopp: Handlungsleitende Orientierungen zu Mutterschaft unter Bedingungen von Prekarität
  • Maike Esselbrügge: Mutterschaft
  • Donata Weinbach: Literarische Modellierungen von Mutterschaft und Frauenkörpern
  • Reue Giovana Gilges: Gute Mütter in der Sexarbeit

06.07.2026 | Mutterschaft & Wissenschaft

  • Lisa Tölle, Carolin Quenzer-Alfred, Franka Metzner-Guczka: Mutterschaften in verletzenden Verhältnissen
  • Eileen Wittenberger, Annette Hilscher, Hanna Haag : Vollblutmutter, Vollblutwissenschaftlerin?
  • Jule Lilje, Okka Zimmermann: Rollenkonflikte, Erwartungsmanagement und Retraditionalisierung
  • moms@science: Systematic Review zum Thema

Thema

Kaum ein gesellschaftliches Feld ist so stark normiert und zugleich so politisch aufgeladen wie Mutterschaft: Zwischen Tradwife-Ästhetik und neoliberaler Selbstoptimierung ist sie zum ideologischen Schlachtfeld geworden. In der öffentlichen Auseinandersetzung wird Mutterschaft zunehmend von rechten und neokonservativen Bewegungen instrumentalisiert, was in der zugleich entpolitisierten, naturalisierten und ästhetisierten Inszenierung der weißen „Tradwife“ gipfelt. Alternativ dominieren neoliberale Produktivitäts- und Selbstoptimierungsimperative sowie individualisierende Vereinbarkeitsdogmen, die strukturelle Probleme privatisieren. Das hegemoniale Narrativ lautet: Wer es nicht schafft, den grenzenlosen, überfordernden und teils widersprüchlichen Anforderungen an Mutterschaft gerecht zu werden, ist selbst schuld. Dem möchten wir als Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft uisamme mit dem icp – institute for critique and practice gGmbH und FEM POWER Vision eine dezidiert strukturanalytische, queer-feministische und intersektionale Perspektive entgegensetzen. Wir wollen Mutterschaft jenseits von Naturalisierungen, Moralisierungen und neoliberalen Verkürzungen als politische Praxis begreifen und analytisch neu verorten.

Denn es tut sich etwas: Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichsten Disziplinen arbeiten daran, Mutterschaft über den engen Horizont einer „feminisierten Sorgepraxis“ hinaus zu beschreiben, zu analysieren und neu zu konzeptualisieren. Zunehmend wird Mutterschaft als proaktive feministische und politische Seinsweise verstanden – als Praxis, die gesellschaftl-iche Ordnungen, Machtverhältnisse und Ungleichheiten nicht nur reproduzieren, sondern auch infrage stellen und transformieren kann.

Das interdisziplinäre Kolloquium „Mutterschaften erforschen“ greift diese Entwicklungen auf. Ziel ist es, Mutterschaft als politisches, intersektionales und queer-feministisches Thema sichtbar zu machen, bestehende theoretische wie empirische Ansätze zusammenzuführen und einen offenen, solidarischen Raum für Austausch, Diskussion und Weiterentwicklung zu schaffen.

Das Kolloquium ist als freundliches, offenes Format (friendly/open colloquium) angelegt. Eingeladen sind Early-Career-Forschende und bereits etablierte Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen und Interessierte.

Das Programm des Sommersemesters 2026 findet sich hier:

DOWNLOAD Abstracts zum Forschungskolloquium Mutterschaften PDF →

Plakat Mutterschaften erforschen