Podiumsdiskussion zum Thema

„Berlin und seine internationalen Fachkräfte: Zwischen Willkommenskultur und Realitätscheck“.

Die ESMT Berlin war am 24. Februar 2026  Gastgeberin einer lebhaften Diskussionsrunde, zu der die Initiative Weltberliner:innen der Stiftung Zukunft Berlin geladen hatte. Unter dem Titel „Brain Gain statt Brain Drain“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam zu fragen: Was braucht Berlin, um internationale Fachkräfte nicht nur anzuziehen – sondern auch zu halten?

Professor Jörg Rocholl von der ESMT Berlin eröffnete den Abend und setzte damit den Rahmen für zwei dichte Gesprächsrunden, die unterschiedliche Perspektiven auf dasselbe Ziel beleuchteten.

Im ersten Panel diskutierten Kirstin Bodensiek vom Max Delbrück Center, Dr. Lena Eckert vom Institute for Critique and Practice (ICP), Rainer Seider vom Asia Berlin Forum e.V. und Katharina Zalewski von der IHK Berlin – moderiert von Mali M Baum und Yvonne Martini. Im zweiten Panel nahmen Staatssekretärin Micha Klapp von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung sowie die Abgeordneten Christoph Wapler (Bündnis 90/Die Grünen), Sven Meyer (SPD) und Prof. Dr. Martin Pätzold (CDU) Platz – moderiert von Christophe Knoch.

Die Diskussionen machten eines unmissverständlich deutlich: Ein attraktives Jobangebot allein ist kein ausreichendes Argument für eine Entscheidung pro Berlin. Verlässliche Verwaltungsverfahren, eine gelebte Willkommenskultur und passgenaue Unterstützungsangebote sind ebenso entscheidend – und hier besteht noch erheblicher Handlungsbedarf.

Der Beitrag von Dr. Lena Eckert vom icp lenkte den Blick auf eine Gruppe, die im Standortdiskurs oft übersehen wird: internationale Frauen. Diese sehen sich spätestens dann zu einem ernüchternden Realitätscheck gezwungen, wenn das Thema Familienplanung konkret wird. Denn dann zeigt sich, dass andere europäische Länder – oder auch das jeweilige Heimatland – häufig bessere strukturelle Voraussetzungen bieten, um beiden Elternteilen eine gleichberechtigte Karriere zu ermöglichen. Als Beispiel nannte Eckert Dänemark, wo beide Elternteile verpflichtend Elternzeit nehmen – verankert im Prinzip der „Dual Earners, Dual Carers“. Was würde sich, nicht nur für internationale Fachkräfte ändern, wenn Deutschland ebenfalls eine kategorische Elternzeit für beide Elternteile einführen würde, wie sie in Dänemark bereits Realität ist?

am 24. Februar 2026, 18-20 Uhr in der ESMT Berlin