Erschienen: GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft

Care, Nachhaltigkeit und Transformation: feministische Interventionen in Wissensproduktionen

herausgegeben von

Lena Eckert, Hanna Haag, Tina Jung

Wissenschaft spielt bei der Bewältigung globaler Herausforderungen und gegenwärtiger
Krisen eine zentrale Rolle. Nachhaltigkeitskonzepte und -strategien halten dabei
mitunter an Orientierungen und Prämissen fest, die selbst problematisch erscheinen:
Die Idee fortwährenden Wirtschaftswachstums, die Favorisierung von Technikbasierung
und gleichzeitig die Abwertung bzw. Ausblendung von Care, Vulnerabilität und
Angewiesenheit sind oft maßgeblich in die Wissensproduktion eingeschrieben. Dies
lässt sich aus der Perspektive feministischer und intersektionaler Ansätze aufzeigen. So
ist Wissenschaft, umfassend verstanden als soziale Praxis, Arbeit, Community, Institution
und Betrieb sowie als Erkenntnisweise und Wissensproduktion, vielfach von androzentrischen
Phantasmen scheinbar körperloser, unabhängiger Leistungsträger_innen
geprägt. Diese wirken zugleich als Ausschluss- und Diskriminierungsmechanismen und
können als Bias in wissenschaftliche Problemdeutungen bzgl. Nachhaltigkeit eingehen.
Eine nachhaltige Transformation, die bestehende Herrschaftsverhältnisse als Ursachen
planetarer Herausforderungen in den Blick nimmt, fragt daher auch danach, wie Wissenschaft
in Bezug zu ihren ökologischen, ökonomischen, politischen, sozialen, kulturellen,
ästhetischen und epistemologischen Facetten nachhaltig gestaltet werden kann. …. hier zum download

Eckert, Lena, Hanna Haag und Tina Jung: (eds.) 2026 „Nachhaltigkeit?! Feministische Perspektiven auf transformative Wissenschaft“, Schwerpunktheft GENDER.