Mütter ins Kino!
Frauen wenden pro Tag durchschnittlich 44,3% mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer. Das ist der Gender Care Gap. Vielen Müttern (insbesondere Alleinerziehenden) fehlen auch deswegen Zeit, Ressourcen und familiäre Unterstützung, um sich neben den Alltagsverpflichtungen Raum für kulturelle Aktivitäten zu nehmen. Dabei ist bewiesen, dass kulturelle Teilhabe die persönliche Entwicklung fördert, die Identität stärkt und das Wohlbefinden verbessert. Nur wenn wir mental und sozial stabile Mütter haben, ist die Gesellschaft allgemein gestärkt, denn Care-Arbeit ist Voraussetzung von menschlicher Identität und die Basis von menschlicher Gesellschaft.
Unser neues Projekt „Mütter ins Kino“ zielt darauf ab, neue Infrastrukturen in kulturellen Einrichtungen wie z.B. Kinos oder Theatern zu testen, um für Mütter echte Wahlmöglichkeiten zu schaffen, wie sie nach ihren Bedürfnissen an Kultur teilhaben können.
Es gibt schon ganz tolle Formate wie zum Beispiel das Kinderwagenkino, bei dem Babys in einen leiser und weniger hell gescreenten Film mitgenommen werden können. Wir wollen gemeinsam mit den Müttern nach mehr Möglichkeiten und Formaten suchen, nach neuen Infrastrukturen, die kulturelle Teilhabe für Mütter und auch für Kinder ermöglichen. Dafür haben wir mehrere Veranstaltungen im Frühjahr 2025 geplant, in denen wir neue Formate ausprobieren und miteinander diskutieren, wie es weitergehen kann.

Den Auftakt für dieses Projekt bildet das Screening von REPRODUKTION, Film der Filmemacherin Katharina Pethke (2024) zusammen mit Fünferfilm am 8.3.2025 um 16 Uhr im WOLF Kino Berlin.

Hier werden wir auch das Wut-o-fon vorstellen, das wir zusammen mit Bühnenmütter e.V. entwickelt haben. Das Wut-o-Fon ist ein Megafon für die Wut über die mangelnde Anerkennung von Care-Arbeit.
Gesammelte Wut ist politische Wut!